Wasseranschluss SoLaWi Die Projekte

Um auch während Trockenperioden Gemüse produzieren zu können, setzt eine rheinland-pfälzische Gärtnerei auf wassersparende Methoden – und legte damit den Grundstein für eine nachhaltige Solidarische Landwirtschaft.

Wasser marsch!

Seit 2012 produziert die Gärtnerei „Hottenbacher Ackergemüse“ im Hunsrück nach ökologischen Richtlinien mehr als 30 Gemüsesorten. Damals als Selbstversorgungs-Betrieb gestartet, ist das fünfköpfige Team heute ein lokal und regional bekannter Produzent von hochwertigen Lebensmitteln.

Vor etwa einem Jahr setzte die Gärtnerei außerdem das Konzept der Solidarischen Landwirtschaft (Solawi) um, nach dem sich bäuerliche Betriebe und Privatpersonen zusammenschließen: Die Verbrauchenden zahlen einen festen Beitrag und erhalten im Gegenzug Anteile der landwirtschaftlichen Ernte. Beim „Hottenbacher Ackergemüse“ verteilen sich 24 Anteile auf 30 Mitglieder.

Bis zu 80 Prozent Wasser sparen

Voraussetzung für die Umstellung auf Solawi war es, das ganze Jahr über Gemüse anbauen zu können. Doch die im Zuge des Klimawandels zunehmend trockenen Sommer und Dürreperioden machen dem Hof zu schaffen. Deshalb entschied sich das Team um Anne Tatsch-Fink für eine moderne Wasserversorgung über Mikro-Beregnung und Tröpfchenbewässerung, bei der das Wasser in kleinen Mengen direkt zu den Wurzeln der Pflanzen gelangt.

Für den nötigen Wasserdruck ließ es mithilfe der LAG Hunsrück eine Wasserleitung aus dem angrenzenden Neubaugebiet zur genutzten Fläche legen. Nun spart das Team im Vergleich zu herkömmlichen Bewässerungsmethoden bis zu 80 Prozent Wasser und versorgt die Bevölkerung mit ressourcenschonend und regional hergestellten Lebensmitteln. Durch die umwelt- und klimaschonende Produktionsweise und den Verzicht auf Pflanzenschutzmittel leisten Tatsch-Fink und Team außerdem einen Beitrag zur Erhaltung und Aufwertung der Kulturlandschaft in Hottenbach und fördern die Biodiversität.

Den Wert von Landwirtschaft vermitteln

Zusätzlich zum vielfältigen Gemüseangebot ist der Hof Mitglied im Bildungsnetzwerk Hunsrück-Hochwald: Als Lernort zum Thema Gemüse- und Gartenbau öffnet er sich allen Interessierten aus der Bevölkerung, Schulen und Kindergärten. Er fördert so das Bewusstsein für den Wert landwirtschaftlicher Produktion und natürlicher Lebensmittel und zeigt, was es bedeutet, Gemüse anzubauen. Das Team zeigt Konzepte für eine zukunftsfähige und nachhaltige Landwirtschaft auf – indem es ohne Landmaschinen und Pestizide arbeitet, samenfeste Jungpflanzen auf torffreier Erde anzieht und sparsam wässert.

Projektname: SoLaWi - Wasseranschluss für die Gemüseproduktion in der OG Hottenbach

Bundesland: Rheinland-Pfalz

LEADER-Region: LAG Hunsrück

Projektträger: Anne Tatsch-Fink

Website: www.ackergemuese.com 

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