Solarbiotopverbund Die Projekte

Artenschutz, Energieproduktion und Landwirtschaft verknüpfen: Das ist das Ziel des Solar-Biotop-Verbundes, mit dem eine Region in Bayern neue Wege gehen will. Mit einer Machbarkeitsstudie ist die erste Hürde genommen.

Wo Solarparks Lebensräume werden

Noch ist er eine Vision: der Solar-Biotop-Verbund. Auf einer Pilotfläche von 14 Hektar sollen Photovoltaik-Freiflächenanlagen Strom erzeugen. Das Vorhaben demonstriert eine Energieerzeugung, die Artenschutz und Landschaftsbild berücksichtigt, und zugleich Grundstückseigentümern Anknüpfungspunkte bietet.

Ob all das realisierbar ist, erörterte eine Machbarkeitsstudie im Jahr 2019. Den Anstoß dazu gab die ILE-Region „Kommunale Allianz Aurach-Zenn e. V.“, der Grundgedanke kam vom ehemaligen Bürgermeister Harald Kempe. Das Unternehmen Reuthwind Verwaltungs GmbH, das mehrere Bürgerwindkraftanlagen und eine Photovoltaik-Freiflächenanlage betreut, entwickelte das Projekt. Außerdem waren ein Landschafts- und Photovoltaik-Planungsbüro und ein Umweltingenieur an der Machbarkeitsstudie beteiligt.

Damit Flora und Fauna profitieren

Die Herausforderungen sind vielfältig: Die landwirtschaftlichen Nutzflächen sind begrenzt. Viele Menschen haben Vorbehalte, wenn sich das Landschaftsbild ändert. Dem gegenüber stehen die Vorteile des Vorhabens: Biotope sollen langfristig miteinander vernetzt, gepflegt und durch Schafe beweidet werden – zum Wohl von Flora, Fauna, Boden und Grundwasser.

Die Planung des Solarbiotopverbundes sieht vor, nur maximal 30 Prozent der Fläche mit Photovoltaik-Modulen zu belegen – statt der üblichen 60 bis 70 Prozent. Dabei sollen die Module in lockerem Abstand zueinander platziert werden, wobei Hecken, Wälder und neue Sichtschutzpflanzungen ein strukturiertes Landschaftsbild erhalten. Derzeitigen Berechnungen zufolge würden die Module pro Jahr rund 3 700 Tonnen CO2-Emissionen vermeiden und 7,5 Gigawattstunden Strom produzieren.

Menschen vor Ort beteiligen

Dass die Grundstückseigentümer und die Bevölkerung vor Ort am Projekt teilhaben können, soll laut Johannes Maibom von der Reuthwind GmbH die Akzeptanz erhöhen. Zum einen wird sich die Bürgerschaft an der Betreibergesellschaft beteiligen können.

Zum anderen wird es für die Grundstückseigentümer und Landwirte die Möglichkeit geben, Flächen einzubringen. Doch darf die Fläche nach Projektende wieder landwirtschaftlich genutzt werden? Und wie kann das Projekt die zusätzlichen Kosten decken, die bei Solar-Biotop-Verbünden etwa um 0,6 Cent pro Kilowattstunde höher liegen als bei konventionellen Photovoltaik-Anlagen?

Auf diese Fragen muss die Politik Antworten finden, wenn Klimaschutz, Energiewende und die Förderung der Biodiversität über die Mehrfachnutzung von landwirtschaftlich genutzten Flächen erfolgreich umgesetzt werden sollen.

Projektname: Solarbiotopverbund

Bundesland: Bayern

LEADER-Region: Kommunale Allianz Aurach-Zenn e. V.

Projektträger: Reuthwind Verwaltungs GmbH & Co. KG

Website: www.reuthwind.de 

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