Torfmoos-Ansiedlung Die Projekte

Ein Projektverbund in Niedersachsen will das natürliche Wachstum des Hochmoors fördern. Dafür setzen die Partner auf die kontrollierte Vermehrung von Torfmoos – und schonen damit die wenigen noch bestehenden Bestände.

Mehr Moose fürs Moor

Intakte Hochmoore sind Orte mit einer einzigartigen biologischen Vielfalt: Sie bieten Lebensräume für hochspezialisierte Arten, die an Nährstoffarmut, niedrige ph-Werte und wassergesättigte Böden angepasst sind. Darüber hinaus sind Moore die größten und wichtigsten Kohlenstoffspeicher der Erde. Obwohl sie nur drei Prozent der Landoberfläche bedecken, speichern sie doppelt so viel Kohlenstoff wie alle Wälder der Welt zusammen.

Die meisten Moore sind durch Entwässerung und Einträge von Nährstoffen stark geschädigt oder vollständig zerstört. Deshalb setzen sich die Ökologische Schutzstation Steinhuder Meer (ÖSSM) e. V. und das Torfwerk Neustadt aus Schneeren für ihren Schutz ein. Gemeinsam mit der LEADER-Region „Meer & Moor“ wollen sie die ehemaligen Torfabbauflächen renaturieren und Torfmoose zurückbringen.

Moose kontrolliert vermehren

Torfmoose sind die wichtigsten Arten im Moor. Wie ein Schwamm speichern sie Niederschläge und senken den pH-Wert ihrer Umgebung aktiv ab. Dabei wachsen sie kontinuierlich in die Höhe, während ihre nasse Basis nach und nach abstirbt. Die abgestorbene Biomasse wird nur unvollständig zersetzt: Aus ihr bildet sich Torf, der Kohlenstoff speichert. Torfmoose bilden im Laufe der Zeit also die Hochmoore aus, die wegen Torfabbaus fast vollständig verschwunden sind.

Das Projektteam setzt auf eine kontrollierte Vermehrung von Torfmoos: Seit 2020 werden einzelne Pflanzen auf Gewächshaustischen und auf einem Feld am Rand des Toten Moores gezogen, um sie in großem Umfang wieder auf den ehemaligen Abbauflächen ansiedeln zu können.

Daneben werden auch weitere hochmoortypische Arten vermehrt und später in die Renaturierungsflächen eingebracht. Dazu zählen Sonnentau, Moosbeere, Glockenheide, Rosmarinheide und das Weiße Schnabelried. Viele der Arten sind ebenfalls gefährdet und inzwischen sehr selten.

Ein artenreiches Ökosystem, das das Klima schützt

Am Ende bleibt es für das Projektteam eine Herausforderung, die vermehrten Moose auszuwählen, in geeignete Zielflächen auszubringen und dort erfolgreich zu etablieren. Denn neben konstanten Wasserständen brauchen die Moose eine bereits etablierte Vegetation. Doch breiten sich die eingebrachten Torfmoose erst einmal aus, entwickelt sich nicht nur ein artenreiches Ökosystem, sondern auch wieder ein wachsendes Hochmoor, das einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz leistet.

Projektname: Torfmoosansiedlung zur Schaffung von Pflanzenpools

Bundesland: Niedersachsen

LEADER-Region: Meer & Moor

Projektträger: Ökologische Schutzstation Steinhuder Meer

Website: www.oessm.org 

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